von admin-SRannetsberger | Sep. 23, 2024 | Trinkwasserhygiene
Sie kämpfen mit einem akuten Legionellenbefall in Ihrer Trinkwasser-Installation oder wollen wissen, mit welchen vorbeugenden Maßnahmen Sie diesen verhindern können? In dem folgenden Artikel zeigen wir von activ consult berlin Ihnen, welche Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Legionellen möglich und nötig sind.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Legionellen
Um erhöhte Legionellenbefunde von Beginn an zu vermeiden, kann durch die richtigen Maßnahmen eine wirkungsvolle Legionellen-Prävention erbracht werden. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:
Richtige Temperatur: Da sich Legionellen besonders in einem Temperaturbereich zwischen 25 und 45 Grad wohlfühlen, gilt es auf die richtige Temperatureinstellung zu achten. Die Warmwassertemperatur sollte an den Entnahmestellen nicht unter 55 Grad fallen. Damit dies zuverlässig erreicht wird, ist der Warmwasserspeicher mit mindestens 60 Grad zu betreiben. Auch in Kaltwasserleitungen besteht die Gefahr einer Vermehrung der Legionellen, wenn die Temperatur über 20 Grad ansteigt.
Dämmung der Leitungen: Um gefährliche Temperaturschwankungen zu vermeiden, gilt es mithilfe von Dämmstoffen die Warm- und Kaltwasserleitungen zu isolieren. Dabei ist zu prüfen, welche Dämmstoffdicke vonnöten ist und welche Faktoren, wie Luftfeuchtigkeit, Anlagentemperatur und Raumtemperatur, einen Einfluss auf die Temperatur des Wassers nehmen können.
Stagnation vermeiden: Um stehendes Wasser zu vermeiden, gilt es, sämtliche Entnahmestellen regelmäßig, spätestens jedoch alle 72 Stunden, aufzudrehen und nach längerer Abwesenheit das Wasser lange genug (mindestens drei Minuten) ablaufen zu lassen. Zudem sollten alle Totleitungen (nicht mehr genutzte Leitungen) der Trinkwasser-Installation von der Hauptleitung abgetrennt werden.
Akute Maßnahmen gegen Legionellenbefall
In der Trinkwasserverordnung (Stand 02/2023) ist für Legionellen ein technischer Maßnahmenwert von 100 Einheiten je 100 Milliliter Wasser festgelegt. Aktuell gilt noch, sobald dieser überschritten wird, entsprechende Schritte einzuleiten. Wird der Maßnahmenwert somit nun erreicht, gilt es weitere Schritte, wie zum Beispiel die Durchführung einer Gefährdungsanalyse, einzuleiten. Anhand einer Gefährdungsanalyse lässt sich feststellen, wo die Ursachen des Legionellenbefalls liegen und welche Maßnahmen dagegen eingeleitet werden müssen. Folgende Abhilfemaßnahmen können je nach Ursache bei einem Befall zur Beseitigung der Keime eingeleitet werden:
Sofortmaßnahme: Installation von endständigen Filtern
Sollte der technische Maßnahmenwert eine extrem hohe Kontamination von > 10.000 KBE/100ml aufweisen, muss eine direkte Gefahrenabwehr/Sanierung durchgeführt werden, denn bei Nutzung des kontaminierten Trinkwassers besteht die Gefahr der Übertragung der Keime auf den Menschen. Um schnell für sicheres, sauberes, keimfreies Trinkwasser zu sorgen, empfiehlt sich die Installation von endständigen Filtern. Es handelt sich dabei um eine temporäre Sofortmaßnahme, bis die Ursachen erkannt und durch das Erarbeiten einer Gefährdungsanalyse beseitigt wurden.
Sanierung
Anhand der Gefährdungsanalyse wird deutlich, ob bauliche Mängel, wie beispielsweise überdimensionierte Leitungen, nicht entfernte Totleitungen, nicht isolierte Rohre, falsche Betriebstemperaturen im kalten und warmen Wasser oder ganz andere Probleme in der Trinkwasser-Installation die Ursache für den Befall darstellen. Ist dies der Fall, müssen entsprechende Schritte eingeleitet werden, dazu gehört auch die Reinigung und Desinfektion.
Reinigung und Desinfektion gehören mit zur Sanierung
Zur Unterstützung einer Sanierung kann eine Desinfektion und Reinigung sinnvoll sein. Die Gefahr der Korrosion muss berücksichtigt und die Werkstoffverträglichkeit geklärt werden. Als ersten Schritt zur Beseitigung einer Belastung ist in jedem Fall die Reinigung der Trinkwasser-Installation zu empfehlen, denn dann kann eine Desinfektion besser wirken.
Impulsspülverfahren (Reinigung)
Eine Maßnahme gegen Legionellen ist das Impulsspülverfahren. Dabei werden regelmäßige Spülungen innerhalb von kurzen Zeiträumen (meist in 1 bis 2 Minuten) durchgeführt. Durch die hohe Geschwindigkeit, mit der das Wasser dabei durch die Rohre fließt, kann das Wachstum von Biofilmen und damit auch von Legionellen reduziert werden. Eine noch effektivere Variante des Impulsspülverfahrens kann das Luft-Wasser-Impulsspülverfahren sein. Dabei werden Luft- und Wasserpakete abwechselnd durch die Rohrleitungen geschickt. Durch die Luftpakete kann der Wasserstrahl beschleunigt und der Durchfluss erhöht werden, wodurch Ablagerungen und Biofilme noch effektiver entfernt werden können.
Thermische Desinfektion (Desinfektion)
Bei einer thermischen Desinfektion wird mindestens 70 Grad heißes Wasser für drei Minuten pro Entnahmestelle durch die Leitungen geleitet. Ab 55 Grad Celsius vermehren sich die Legionellen nicht mehr und sterben bei höheren Temperaturen immer schneller ab. Bei einer thermischen Desinfektion mit 70 Grad Celsius werden die Keime bereits nach wenigen Sekunden abgetötet. Jedoch sterben so lediglich die Legionellen in den Warmwasserleitungen ab, und wenn dabei nicht alle Leitungen gespült werden, besteht ein Restrisiko, dass nicht alle Legionellen zuverlässig abgetötet werden. Zudem wird der Biofilm bei einer thermischen Desinfektion nicht abgebaut, der Nährboden für Amöben und somit Legionellen ist nach wie vor gegeben. Es besteht auch die Gefahr der persistenten Form der Legionellen. Dabei können Legionellen im Biofilm in eine Art Ruhezustand verfallen und ihre metabolischen Aktivitäten verlangsamen, um später wieder aktiv zu werden – und somit eine potenzielle Quelle für eine erneute Kontamination darstellen. Des Weiteren sind sie in den Biofilmen von den hohen Temperaturen während der thermischen Desinfektion geschützt. Um Legionellen in Biofilmen zu reduzieren, ist es daher essentiell, eine Kombination aus mehreren Maßnahmen anzuwenden.
Chemische Desinfektion (Desinfektion)
Bei einer chemischen Desinfektion können zum Beispiel Mittel wie Chlor, Chlordioxid, Natrium, Calciumhypochlorit oder Ozon zum Einsatz kommen. Die Desinfektion mithilfe von Chemikalien ist jedoch kontrovers, da ein Einsatz von großen Mengen notwendig ist, jedoch nur ein geringer Effekt erzielt werden kann, da die Legionellen im Biofilm trotzdem überleben können. Die Chemikalien können zudem die Werkstoffe der Trinkwasser-Installation angreifen und zu einer Korrosion führen. Das wiederum schafft neue Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Daher müssen die Desinfektionsmittel stets auf die Werkstoffe der Trinkwasser-Installation abgestimmt werden.
Legionellen-Bekämpfung mit acb
Wir von der activ consult berlin GmbH helfen Ihnen mit unserer Expertise dabei, die passenden Maßnahmen gegen Legionellen für Ihre Trinkwasser-Installation zu finden. Im Zuge einer Gefährdungsanalyse führen wir für Sie Vor-Ort-Begehungen durch, finden die Ursachen der Kontamination und erstellen einen entsprechenden Maßnahmenplan, damit Sie den Legionellenbefall effektiv und schnell wieder loswerden.
von admin-SRannetsberger | Sep. 17, 2024 | Trinkwasserhygiene
Um die Sicherheit unseres Trinkwassers sowohl in Betrieben als auch Privathaushalten zu gewährleisten, dürfen Wasserleitungen nicht länger als 72 Stunden unbenutzt bleiben. Bei einer Nicht-Nutzung der Trinkwasser-Installation kommt es zur Stagnation und einem erhöhten Risiko einer mikrobiellen Verkeimung mit Legionellen oder anderen gesundheitsschädigenden Keimen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Hauptursachen hinter einer Stagnation stecken und welche Maßnahmen gegen sie zu treffen sind.
Hauptursachen für eine Stagnation in der Trinkwasserleitung
Eine Stagnation in der Trinkwasserleitung kann überall dort auftreten, wo nicht sachgemäß geplant, installiert und betrieben wird. Problematisch sind vor allem Wasserentnahmestellen, die aufgrund von Umbaumaßnahmen, Leerstand, Urlaubszeiten, Unterauslastung oder saisonalen Bedingungen selten genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Gäste-WCs, Außenzapfstellen, Ferienwohnungen, leerstehende Wohnungen oder öffentliche Gebäude wie Hotels, Sporthallen oder Krankenhäuser. Auch Homeoffice schafft Stagnation in Gewerbeobjekten, denn die Anlagen sind für eine Vollbelegung ausgelegt und geplant worden. Neben selten genutzten Entnahmestellen zählen zudem Totleitungen, überdimensionierte Leitungen bei einem sinkenden Verbrauch oder eine lange Verweildauer zwischen der Installation und der Inbetriebnahme des Trinkwassernetzes zu den Hauptursachen einer Stagnation.
Gefahren einer Stagnation in der Trinkwasserleitung
Laut Umweltbundesamt spricht man von Stagnationswasser, sobald Wasser länger als vier Stunden vom Hausanschluss bis hin zur Entnahmestelle in der Trinkwasser-Installation zum Stillstand kommt. Durch lange Stagnationszeiten bildet sich ein idealer Nährboden für Keime, und es kann zu einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit, wie unter anderem aufgrund eines Legionellenbefalls, kommen. Im Falle einer Stagnation verkeimt zunächst nur der Leitungsstrang, der zu der nicht genutzten Entnahmestelle führt. Durch eine Rückverkeimung besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Verkeimung auf die gesamte Trinkwasser-Installation ausweitet und somit auch Entnahmestellen kontaminiert, bei welchen keine Stagnation stattfindet.
Maßnahmen gegen Stagnation
Zur Vermeidung einer Stagnation im Trinkwasser sind je nach Ursache und Trinkwasser-Installation unterschiedliche Maßnahmen nötig. Zusammengefasst gilt jedoch: Das Wasser muss fließen, Kaltwasser muss kalt und Warmwasser muss warm sein. Daher sollte stets darauf geachtet werden, dass Strecken in der Trinkwasser-Installation regelmäßig durchgespült werden und ein ausreichender Volumenstrom erreicht wird. Die Fließgeschwindigkeit sollte in Hausanschlussleitungen dabei 2 m/s betragen. Sobald Leitungen nicht mehr genutzt werden, sollten diese abgetrennt werden, da kein regelmäßiger Wasseraustausch mehr möglich ist. Damit das Trinkwasser nicht unnötig lange Strecken zurücklegen muss, ist es zudem wichtig, eine möglichst kurze Rohrleitungsführung zu installieren. Und durch eine richtige Dimensionierung der Rohrquerschnitte können die notwendigen Strömungsgeschwindigkeiten erlangt werden.
Effektive Maßnahme gegen Stagnation: Automatische Spüleinrichtungen
Gegen Stagnation gilt grundsätzlich: Spülen. Um in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Hotels die Trinkwasserhygiene einzuhalten, muss eine periodische Spülung erfolgen. Aus diesem Grund werden von Mitarbeitern häufig regelmäßige Spülmaßnahmen durch das manuelle Öffnen der Entnahmestellen durchgeführt. Dies bringt jedoch neben einem großen Zeitaufwand auch hohe Betriebs- und Personalkosten mit sich. Da die Spülungen unkontrolliert sind, ist die Spülmenge zudem oft unbekannt und die Spülungen sind ineffektiv. Maßnahmen wie automatische Spüleinrichtungen können hierfür Abhilfe schaffen und einen regelmäßigen Wasseraustausch zeit-, intervall- und temperaturgesteuert sowie ortsbezogen (ein ganzer Strang / ein ganzes Bauteil) durchführen. Die Spülsysteme können für einen kontrollierten Wasserwechsel sorgen, der neben der Trinkwasser-Installation auch auf die Nutzung des Gebäudes abgestimmt werden kann. Je nach Anforderung können die Spüleinrichtungen in die gesamte Trinkwasser-Installation oder auch für einzelne Entnahmestellen integriert werden.
Automatische Spüleinrichtungen: Zirkulationssysteme
Eine effektive Methode, um Stagnation in Hauptleitungen zu verhindern, ist die Installation eines Zirkulationssystems. Mithilfe von automatischen Zirkulationssystemen kann der Wasserfluss in der Hauptleitung effektiv kontrolliert und Stagnation verhindert werden. Basierend auf Temperatur und Durchfluss des Wassers pumpt das System Wasser durch die Leitungen, damit es in Bewegung bleibt. Um Stagnation zu vermeiden, ist in Deutschland ein Zirkulationssystem für Großanlagen Pflicht. Der Einbau ist dann notwendig, wenn das Leitungsvolumen der Warmwasserleitung vom Speicher bis zur entferntesten Entnahmestelle mehr als 3 Liter beträgt. Automatische Zirkulationssysteme für Hauptleitungen bringen dabei einige Vorteile im Vergleich zu manuell betriebenen mit sich: Durch die automatische Kontrolle des Wasserflusses ist die Wartung und Überwachung des Systems effektiver. Zudem können Energie und Wasser gespart werden, da die Temperatur des Wassers gemessen und entsprechend reguliert werden kann und das System nur dann aktiviert wird, wenn es notwendig ist.
Automatische Spüleinrichtungen: Trinkwasserleitungen
Durch einige am Markt verfügbare Systeme, wie von GF Piping Systems, einem der weltweit führenden Anbieter für Durchflusslösungen, wird eine automatische Spülung und ein hydraulischer Abgleich in der gesamten Trinkwasser-Installation sichergestellt – und das Wachstum von Bakterien erfolgreich minimiert. Hochmoderne Zirkulationssysteme, wie das von GF entwickelte Hycleen Automation System, sorgen neben der Vermeidung von Stagnation durch einen regelmäßigen Wasseraustausch zudem für eine gleichmäßig hohe Temperatur im Rohrnetz. Sie erhalten eine stetige Wartung Ihrer Trinkwasser-Installation und durch den automatischen hydraulischen Abgleich wird eine deutliche Energieeinsparung ermöglicht.
Automatische Spüleinrichtungen: Armaturen
Durch Armaturen mit intelligenter Freispül-Automatik kann ebenfalls erfolgreich gegen Stagnation vorgegangen werden. Dazu zählen unter anderem die WimTech HyPlus Armaturen. Die Systeme erkennen, wann und wie viel Wasser entnommen wurde und sorgen selbst bei selten genutzten Entnahmestellen für einen regelmäßigen und vollständigen Wasseraustausch. Sobald die festgelegte Mindestspüldauer nicht erreicht wurde, spült die Armatur automatisch die verbleibende Restspülzeit nach.
Stagnation vermeiden mit Activ Consult Berlin
Bevor die Stagnation zu einem Problem für Gebäudeinhaber wird, sollte eine Gefährdungsanalyse bzw. eine Trinkwasserhygiene-Inspektion der Trinkwasser-Installation vorgenommen werden, um die möglichen Ursachen und Schwachstellen zu erkennen. Wir von der Activ Consult Berlin GmbH sind Ihr Ansprechpartner rund um die Erstellung einer umfangreichen Analyse und der Ursachen- und Maßnahmenfindung im Falle einer Stagnation in der Trinkwasserleitung. Gerne bieten wir Ihnen das Erarbeiten von objektspezifischen Spülplänen an, die ein wesentlicher Bestandteil eines Water Safety Plans sind. Hier wird auch geregelt, wer, was, wann, wo spült und wie die Umsetzung kontrolliert wird. Gerne beraten wir Sie auch bei der Auswahl innovativer Spüleinrichtungen, die für einen regelmäßigen Wasseraustausch und gleichbleibend hohe beziehungsweise niedrige Temperaturen in Ihrer Trinkwasser-Installation sorgen. So kann die Trinkwasser-Installation erfolgreich vor dem Befall durch Keime geschützt und die Trinkwassersicherheit dauerhaft gewährleistet werden. Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Seite und beraten Sie umfangreich, um die beste Lösung für Sie zu finden.
von admin-SRannetsberger | Sep. 17, 2024 | Trinkwasserhygiene
Trotz thermischer Desinfektion und Sanierung von Trinkwasseranlagen lassen sich oftmals stark schwankende Legionellen-Konzentrationen in Wasserproben feststellen. Die Trinkwasserkontamination steht insbesondere im Zusammenhang mit der Bildung von Biofilmen an den Innenflächen der Rohre. Wie Sie dagegen vorgehen können und welche Schritte und Notfallmaßnahmen Abhilfe schaffen, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.
Legionellen in Biofilmen
Biofilme bilden begünstigende Lebensräume für Legionellen. Die gesundheitsschädlichen Keime können sich darin einnisten und sich optimal vermehren. Die Folge? Die Legionellen gelangen von den Biofilmen in die freie Wasserphase – und damit zum Verbraucher. Das Problem an den Biofilmen ist, dass sie die in ihnen lebenden Mikroorganismen, wie beispielsweise Legionellen, gut vor äußeren chemischen und thermischen Einflüssen schützen und abschirmen können. Somit kann auch nach einer üblichen Desinfektionsmaßnahme schnell ein neues Wachstum an Keimen entstehen.
4-Schritte-Plan bei einer Kontamination
Sobald der technische Maßnahmenwert in der Trinkwasser-Installation die Vorgabe von über 100 KBE pro 100 ml Wasser überschreitet, gilt es für die Inhaber folgende vier Schritte zu verfolgen:
Im ersten Schritt gilt es, den Maßnahmenwert an das Gesundheitsamt mitzuteilen und die Nutzer der Trinkwasser-Installation über die Kontamination zu informieren. Zweitens sollten Sie eine Gefährdungsanalyse durch Fachpersonal beantragen und erstellen lassen. Hier kommen wir von der Activ Consult Berlin GmbH für Sie ins Spiel. Anhand der von uns erstellten Gefährdungsanalyse folgt im nächsten Schritt das Festlegen der entsprechenden Maßnahmen. Zudem gilt es, die Verbraucher über die Ergebnisse der Analyse und mögliche Folgen für die Nutzung des Trinkwassers zu informieren.
Bei einer starken Kontamination kann hier der Einsatz von endständigen Wasserfiltern als überbrückende Notfallmaßnahme nützlich sein. Was es damit auf sich hat, erklären wir Ihnen im folgenden Absatz. Als letzten Schritt folgt schließlich die Sanierung der Anlage.
Sofortmaßnahme bei Kontamination: Endständige Filtration
Bei einer Legionellenbelastung kann das zuständige Gesundheitsamt Beschränkungen für die Nutzung der Trinkwasser-Installationen oder Teile dieser verhängen. Darunter fallen unter anderem Maßnahmen wie ein Duschverbot. Die Maßnahmen haben nicht nur erhebliche Einschränkungen für die Nutzer, sondern bringen häufig auch wirtschaftliche Konsequenzen für den Eigentümer der Anlage mit sich. Um dies zu vermeiden, wird oftmals nach einer Lösung gesucht, um eine weitere Nutzung der Trinkwasser-Installation zu ermöglichen. Eine Sofortmaßnahme kann dabei die Installation von endständigen Filtern darstellen.
Dabei muss der Einsatz der Filter mit den Richtlinien der Trinkwasserverordnung übereinstimmen. Im Normalfall ist der Einsatz von Filtern in kontaminierten Teilen der Anlage möglich, da die gesundheitsschädlichen Bakterien durch Membranen im Filter verlässlich zurückgehalten werden – vorausgesetzt, es werden korrekte Filter gewählt und entsprechend betrieben. Im Vergleich zur chemischen Desinfektion bringt die Installation der Filter außerdem den Vorteil, dass die Zusammensetzung und der Geschmack des Wassers unverändert bleiben. Außerdem können, während die Filter installiert sind, mikrobiologische Tests zur notwendigen Sanierung der Anlage durchgeführt werden. Sobald die Anlage erfolgreich saniert ist, sind die Filter nicht länger vonnöten und können entfernt werden. Insbesondere bei einer hohen Kontamination an Legionellen sind die Filter eine schnelle, vorübergehende Notfallmaßnahme für Trinkwasser-Installationen.
Anforderungen an endständige Filter
Da endständige Wasserfilter als Notfall- und Überbrückungsmaßnahme bei einer Trinkwasserkontamination immer mehr Akzeptanz finden, gibt es zahlreiche Produkte auf dem Markt. Diese unterscheiden sich jedoch erheblich in ihrer Leistung. Um die Sicherheit bei der Nutzung der Filter zu garantieren, müssen Hersteller entsprechende Nachweise und Dokumentationen der Filtereigenschaften vorweisen. Zudem müssen die Filter eine nach DVGW W 270 zertifizierte Filtermembran besitzen und mit gängigen Maßnahmen der chemischen und thermischen Desinfektion vereinbar sein. Die Anforderungen an die endständigen Filter wurden durch die DVGW genauestens erarbeitet und werden online zur Verfügung gestellt.
Fazit zur Trinkwasserkontamination
Im Falle einer Kontamination kann die Sanierung von Trinkwassersystemen langwierig sein. Sterilfilter können eine geeignete Prävention gegen die Gefahren einer Kontamination darstellen. Wir von der Activ Consult Berlin GmbH haben die entsprechenden Produkte zur Hand und beraten Sie zur Auswahl der für Sie passenden Filter. So kann die Übertragung mit Legionellen direkt gestoppt und eine entsprechende Sicherheit für den Verbraucher geboten werden. Gerne kümmern wir uns neben einer umfassenden Gefährdungsanalyse auch um die Installation sowie den Austausch der Filter und kontrollieren und dokumentieren die Standzeiten.
von admin-SRannetsberger | Sep. 17, 2024 | Trinkwasserhygiene
Die Wasserversorger sind dafür zuständig, stets sauberes Wasser zu liefern. Die höchste Gefahr unserer Trinkwasserqualität geht jedoch vom Einzugsgebiet über die Aufbereitung und Speicherung bis hin zu den Entnahmestellen aus. Besonders hier können verschiedene Ereignisse die Wasserqualität verschlechtern. Dabei stellen biologische, chemische, physikalische oder radiologische Beeinträchtigungen eine Gefährdung dar. Beim Water Safety Plan (WSP) handelt es sich um eine maßgeschneiderte Systemanalyse vom Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn, die alle Gefahren der Trinkwasserversorgung erfasst. Ziel ist es, sämtliche Gefahren vom Wassereinzugsgebiet bis hin zum Endverbraucher zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen gegen die Überschreitung von definierten Grenzwerten zu finden. Doch wie sieht die Umsetzung des Water Safety Plans und der dazugehörigen Gefährdungsanalyse in der Praxis aus? Wir geben Ihnen einen Einblick.
Ursachen einer Grenzwertüberschreitung:
Schritt 1: Die Zusammenstellung eines WSP-Teams
Um den Water Safety Plan durchführen zu können, ist die Bildung eines WSP-Teams essenziell. Dazu zählt der Betreiber der Anlage, der die Entscheidungsbefugnis und die Budgetverantwortung hat. Ein weiteres Teammitglied ist ein Installateur für Reparaturen und Instandhaltungen an der Anlage, der auch eine entsprechende Dokumentation dazu durchführt. Ein essenzielles Teammitglied ist zudem der Trinkwasser-Sachverständige. Dieser übernimmt die Systembeschreibung, die Dokumentation der Gefährdungsanalyse und die Risikoabschätzung. Für die Umsetzung des Water Safety Plans ist neben dem Teambuilding und einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit mit jedem einzelnen Mitglied auch das Vorhandensein aller relevanten Unterlagen der Trinkwasser-Installation eine zentrale Grundlage.
Schritt 2: Die Systembeschreibung
Das WSP-Team ist im weiteren Schritt für die Beschreibung des gesamten Systems verantwortlich. Probleme bei der Systembeschreibung sind häufig fehlende Revisionsunterlagen, die vom WSP-Team neu angefertigt und aktualisiert werden müssen. Zudem müssen Instandhaltungsunterlagen, das heißt, Unterlagen von sämtlichen Reparaturen, Beprobungsergebnissen oder Änderungen in der Installation, gesammelt und dokumentiert werden. Erst wenn alle Unterlagen zur Systembeschreibung zusammengetragen wurden, kann als weiterer Schritt die Systembewertung erfolgen. Dazu zählen zum einen die Gefährdungsanalyse und zum anderen die Risikoabschätzung.
Schritt 3: Die Gefährdungsanalyse
Bei der Gefährdungsanalyse wird, vereinfacht ausgedrückt, folgende zentrale Frage gestellt: Was kann wo passieren? Der Water Safety Plan unterscheidet dabei zwischen Gefährdungen und Gefährdungsereignissen. Das WSP-Team ermittelt für jeden Versorgungsschritt die möglichen Gefährdungen und Gefährdungsereignisse und dokumentiert diese. Dabei werden auch bereits bekannte Gefährdungen und Ereignisse aus der Vergangenheit durch betriebliche Aufzeichnungen in der Analyse berücksichtigt. Für die Gefährdungsanalyse ist es zudem wichtig, die mikrobiologische und chemische Zusammensetzung des Rohwassers sowie des Trinkwassers zu kennen. Eine zentrale Bedeutung der Gefährdungsanalyse nimmt die Begehung der gesamten Trinkwasserversorgung vor Ort durch das WSP-Team ein. Um ein klares Bild von Gefährdungen zu bekommen, ist es besonders wichtig, die Gefährdungsereignisse und Auslöser zu beschreiben. Anhand dessen lassen sich mögliche Probleme und deren Ursachen in der Wasserversorgung frühzeitig erkennen und eine dazugehörige Risikoabschätzung abgeben. Dabei werden die Eintrittswahrscheinlichkeit und das mögliche Schadensausmaß einer Gefährdung miteinbezogen. Durch dieses Wissen können nun entsprechende Risikomaßnahmen in die Wege geleitet werden.
Schritt 4: Die Risikobeherrschung
Erst wenn die Gefährdungsanalyse und Risikoabschätzung vollzogen wurden, kann der entscheidende Schritt der Risikobeherrschung erfolgen. Durch die zuvor zusammengestellten Objektunterlagen kann eine zielsichere Instandsetzung und Sanierung der Anlagen erfolgen. Zur Risikobeherrschung zählt auch die regelmäßige Überwachung der erfolgten Maßnahmen und die Festlegung von möglichen Korrekturmaßnahmen.
Fazit zur Gefährdungsanalyse
Wichtig ist: Bei dem WSP-Konzept handelt es sich keinesfalls um eine einmalige Angelegenheit. Der Prozess von der Bildung eines WSP-Teams über die Systembeschreibung und -bewertung bis hin zur Risikobeherrschung ist ein dauerhafter Prozess. Nur so kann die Trinkwassersicherheit und -versorgung sichergestellt und auf den aktuellen Stand gehalten werden. Der Water Safety Plan macht aufbauend auf den genannten Schritten eine Risikominimierung möglich – und sorgt durch kontinuierliche Kontrollmaßnahmen für planbare Trinkwassersicherheit, auch in der Zukunft.
Ihr Water Safety Plan mit activ consult berlin
Wir von der Activ Consult Berlin GmbH bringen das entsprechende Know-how und die Erfahrung für die erfolgreiche Umsetzung Ihres Water Safety Plans mit. Unsere Aufgabenbereiche erstrecken sich dabei von der Erstellung einer Gefährdungsanalyse über das Umsetzen der Maßnahmen aus der Analyse und Risikoabschätzung bis hin zum Durchführen der Wassersicherheitsplanung und dem Festlegen von Verantwortlichkeiten. Zudem übernehmen wir auch das Benennen von Kontrollmöglichkeiten der Trinkwasserqualität und erstellen bei Abweichungen entsprechende Notfallpläne.
von admin-SRannetsberger | Sep. 13, 2024 | Trinkwasserhygiene
Bei den Trinkwassergrenzwerten handelt es sich um Grenzwerte, die eingehalten werden müssen, damit unser Trinkwasser als unbedenklich und hygienisch gilt. Die Grenzwerte werden in der Trinkwasserverordnung genauestens aufgelistet. Dass diese Trinkwassergrenzwerte nicht überschritten werden, wird durch die Wasserversorger sichergestellt – jedoch nur bis zum Hausanschluss und bevor es in unsere Leitungen fließt. Doch auch der Weg des Wassers ab dem Übergabepunkt bis hin zur Entnahmestelle muss die Trinkwasserqualität und -sicherheit garantieren. Kommt es hier zu einer Überschreitung der Grenzwerte, kann dies mehrere Ursachen haben und entsprechende Folgen mit sich ziehen. In diesem Artikel geben wir einen Einblick, was eine Überschreitung der Grenzwerte in den Leitungen verursachen kann, welche Auswirkungen eine Überschreitung auf unser Trinkwasser hat und wie Sie dagegen vorgehen können.
Ursachen einer Grenzwertüberschreitung:
- Stagnation: Da es sich bei Trinkwasser um ein Lebensmittel handelt, kann es auch wie eines verderben und seine Frische verlieren. Das trifft vor allem auf stagnierendes Wasser zu. Bakterien können sich in stehendem Wasser besonders schnell vermehren und zu einer Überschreitung der Grenzwerte führen. Um dies zu vermeiden, gilt es, zu lange Standzeiten des Wassers in den Leitungen zu vermeiden. Sobald Wasser bereits länger als vier Stunden in der Leitung steht, handelt es sich um stagniertes Wasser. Um frisches Trinkwasser zu garantieren, gilt es, alle vorhandenen Wasseranschlüsse regelmäßig mit Trinkwasser zu durchspülen. Egal ob Wasserhahn, Duschbrause oder Zapfstellen im Garten – hier sind die Mieter selbst in der Pflicht, für eine regelmäßige Durchspülung und Verwendung der Entnahmestellen zu sorgen. Besondere Vorsicht ist nach einer längeren Abwesenheit, Leerstand von Wohnungen oder selten genutzten Wasserentnahmestellen geboten. Hier ist zu empfehlen, die Leitungen nach längerer Stagnation des Wassers erst zu nutzen, nachdem das stagnierte Wasser reichlich abgelaufen ist.
- Temperatur: Bakterien und Keime können sich insbesondere bei einer lauwarmen Temperatur des Wassers schnell und zahlreich vermehren. Eine Gefahrenquelle bildet somit auch das Warmwassersystem und der Warmwasserspeicher. Sind die richtigen Temperaturen gegeben, finden Bakterien wie Legionellen optimale Lebensbedingungen. Der optimale Temperaturbereich für ihre Verbreitung liegt zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Um einer Vermehrung vorzubeugen, sollte die Temperatur von Kaltwasser somit stets unter 25 Grad Celsius liegen, optimal wäre eine Temperatur unter 20 Grad Celsius. Warmwasser sollte eine Temperatur zwischen 55 und 60 Grad Celsius aufweisen, um eine Verbreitung von gesundheitsschädigenden Bakterien zu vermeiden.
- Veraltete Leitungen und Entnahmestellen: Außerdem können vor allem veraltete, stillgelegte oder selten gewartete Leitungen eine Grenzwertüberschreitung und Gefahr für unser Trinkwasser mit sich bringen. Vor allem in stillgelegten Leitungen kann Wasser über lange Zeit hinweg stagnieren und Verunreinigungen an das Trinkwasser in den Hauptleitungen abgeben. Auch integrierte Wasserfilter oder nicht gewechselte Duschköpfe oder Siebe an Wasserhähnen können durch Algen- oder Kalkablagerungen Nährstoffe an Bakterien und Keime abgeben und einen optimalen Lebensraum für sie bieten. Zudem spielen Grenzwertüberschreitungen von Schwermetallen wie Blei oder Kupfer eine entscheidende Rolle bei der Qualität unseres Wassers, welche durch veraltete Leitungen an das Trinkwasser abgegeben werden können. Hier sind die Eigentümer der Immobilie selbst in der Verantwortung, die Wartung und Instandhaltung der Leitungen zu veranlassen und unbedenkliches Wasser für sämtliche Verbraucher zu garantieren.
Professionelle Trinkwasseranalyse mit acb
Wird eine Verunreinigung des Wassers und somit eine Überschreitung der Grenzwerte in Ihrem Trinkwasser vermutet (zum Beispiel durch einen veränderten Geschmack oder Geruch des Trinkwassers), sollte eine professionelle Trinkwasseranalyse durchgeführt werden. Wir von der Activ Consult Berlin führen eine Beprobung Ihres Trinkwassers durch und lassen diese durch akkreditierte Labore entsprechend untersuchen und bewerten. Sollten bei der Trinkwasseranalyse die Grenzwerte von jenen der Trinkwasserverordnung abweichen, muss eine Gefährdungsanalyse erstellt werden. Dabei führen wir eine Besichtigung und Bewertung aller relevanten technischen Anlagen vor Ort und aller zugänglichen und relevanten Wasserentnahmestellen durch. Dabei wird unter anderem das Temperaturverhalten am Warmwasserbereiter über längere Zeit erfasst sowie eine Ablaufmessung an den auffälligen Entnahmestellen durchgeführt. Daraus erstellen wir Ihnen einen Plan mit kurz- bis langfristigen Maßnahmen, um je nach Gefährdungspotenzial die Sicherheit und Qualität Ihres Trinkwassers wieder sicherzustellen.